Beiträge

trotz oder wegen Corona: Jazz auf dem Bauernhof

Corona begleitet uns nun schon ein Jahr und viele Menschen sind müde und frustriert. Und dennoch gibt es auch andere, die den verbleibenden Rahmen abstecken und neue Möglichkeiten ausloten. Einer von ihn ist der Musiker und Landwirt Paul Zauner. Er ist Initiator des weit über die Landesgrenzen Österreichs bekannten Jazzfestival Inntöne. Er nimmt für sich in Anspruch dem Besonderen jenseits des Mainstreams eine Bühne zu bieten.
Auch im letzten Sommer war Österreich stark von Corona betroffen und das Inntöne Jazzfestival gefährdet. Aber Paul Zauner wollten nicht aufgeben. Immer wieder hat er mit den Aufsichtbehörden Möglichkeiten gesucht, das Festival durchführen zu können. Schließlich verlagerte er es aus dem Bauernhof auf den Wiesen. Damit die nötigen Sicherheitsabstände eingehalten würde, hat der die Wiese kurzerhand schachbrettartig lackiert. So hat jeder seinen Platz gefunden und den nötigen Abstand eingehalten.
Es war ein großartiges Festival und trotz teilweise heftiger Regenfälle waren Musiker und Publikum in bester Stimmung.
Und das machte den Menschen Mut. Sie haben erlebt, dass trotz Corona ein wertvolles Stück Kultur möglich ist.
Ich sprach mit Paul Zauner über seine Motivation, hier geht es zum Interview:
Martin Klapheck trifft Paul Zauner

Ein tolles Experiment: Samuel Koch macht Musik mit mir

Samuel Koch führt nicht das Leben, an das man denkt, wenn man an einen Tetraplegiker denkt. Immer wieder überwindet er Grenzen und macht dadurch vielen Menschen Mut. Trotz Schwerstbehinderung fährt er Achterbahn, macht Gleitschirmflüge, eine Afrika-Expedition, arbeitet als professioneller Schauspieler und vieles mehr. Mich beeindruckt er immer wieder und es ist eine Freude, die Bühne mit ihm zu teilen.

Kürzlich hat er sich auf ein Experiment mit mir in der ausverkauften Maximilianhalle in Hamm eingelassen. Wir führten ein spannendes Gespräch und ich hatte das Programm mit einigen Klavierparts bereichert. So weit – so gut. Da wir ein “gemeinsames” Gespräch führten, fand ich es nur konsequent, wenn wir als Zugabe “gemeinsam” Musik machten. Um das zu realisieren habe ich einige elektronische Loops auf dem Ipad programmiert. Damit es spannend wird, habe ich in ganz unterschiedlichen Tonarten angelegt. Samuel hat musikalisch vorgelegt und Loops seiner Wahl gespielt und ich dazu improvisiert. Er hat mich mit der Reihenfolge der Tonarten und den flotten Wechseln ganz schön gefordert. Uns hat es viel Spaß gemacht und das Publikum war begeistert. Doch schauen Sie selbst:
-Video: Martin Klapheck & Samuel Koch machen Musik